Montag, 8. August 2005
Chicago-style pizza
gefahrene Strecke: 509 km (316 mi)
Duc: 306 km
Marco: 203 km
Fahrzeit: 4:50:13
Duc: 2:59:04
Marco: 1:51:09
Ø Geschwindigkeit: 105 km/h (65 mph)
max. Geschwindigkeit: 139 km/h (86 mph)
min. Höhe über Meer: 150 m (492 ft)
max. Höhe über Meer: 317 m (1040 ft)
Waypoints:
Übernachtung: Motel 6, Madison Heights ($53.21)

Nachdem wir am Vortag offensichtlich keine richtige Chicago-style pizza vorgesetzt bekommen hatten, lautete die Mission für diesen Tag, eine solche aufzutreiben und zu verspeisen, bevor wir den Grossraum Chicago wieder verlassen.

Aus der Wikitravel-Seite über Chicago erfuhren wir, dass es bei "Lou Malnati's" eine gute fette Pizza nach unserem Geschmack geben soll. Wir fanden die nächste Filiale in Elmhurst auf unserer Karte und machten uns gleich auf den Weg dort hin.

In Elmhurst um 11:50 Uhr direkt vor besagtem Lokal angekommen, stellten wir fest, dass es geschlossen war – keine Angabe von Öffnungszeiten. Der Laden nebenan hatte welche: ab 12 Uhr sollte er offen sein. Wir entschieden uns für einen kurzen Spaziergang durch das Städtchen. Als es 12 Uhr war und wir zurück zur Pizzeria gehen wollten, wurden wir dazu verdammt, an einem der sehr seltenen Bahnübergänge ganze 10 Minuten zu warten, bis ein extrem langer Güterzug im Schritttempo vorbeigerollt war.

Frohen Mutes gingen wir zurück zur Pizzeria, aber diese war immer noch zu, genauso wie der Laden nebenan. Nun ausreichend verwirrt schrieben wir dies der Tatsache zu, dass in dieser Stadt die meisten Läden am Montag geschlossen sind und entschieden uns, eine andere kleine Pizzeria, die wir auf dem Spaziergang gesichtet hatten, auszuprobieren.

Das Lokal, Pizza Palace gennant, war sehr klein, familiär und fast leer. Hier gehen definitiv selten Touristen rein – vorallem keine Ausländer! Wir wurden von einer ca. 65jährigen, netten Oma bedient. Sie erklärte uns (und den nächsten Gästen übrigens auch) zuerst, dass original Chicago-style pizza nicht die deep dish, sondern die thin crust pizza sei.

Wir entschieden uns, einfach beide Varianten auszuprobieren, und bestellten eine large 14" thin crust special pizza sowie eine small 12" stuffed pizza. Wir wurden gewarnt, dass es 45 Minuten dauern würde für die stuffed pizza, und bestanden trotzdem auf unserer Bestellung. Sehr viel später wurden dann beide Pizzas gleichzeitig serviert: die thin crust pizza war eigentlich nicht anders als diejenige, die wir am Vortag in Chicago gegessen hatten – abgesehen davon, dass sie nicht wie üblich in Sektoren geschnitten war, sondern richtig Chicago-style in Rechtecke.

Die stuffed pizza war wirklich extrem dick – eher ein Kuchen als eine Pizza. Sowas kann man unmöglich alleine essen – nicht mal die Small-Version, die wir bestellt hatten! So war es natürlich keine Überraschung, dass wir nicht alles essen konnten – wir liessen uns den Rest verpacken und assen ihn am Abend. Die nette Oma bemerkte gegen den Schluss noch lakonisch: "You won't have to eat for the rest of the day!". Recht hatte sie!

Richtig vollgestopft stiegen wir wieder in unseren Cadillac und brausten auf der I-94 in Richtung Detroit. Es ging kurz durch Indiana, und schon bald waren wir in Michigan: wieder einmal war Uhren umstellen angesagt – diesmal aber zum letzten Mal. Neue Zeitverschiebung gegenüber der Schweiz: -6 Stunden (Eastern Daylight Time).

Nach gut 300 Meilen trafen wir im Motel 6 in Madison Heights in der Nähe von Detroit ein. Die junge Frau an der Rezeption hatte wohl noch nie Ausländer eingecheckt und bekundete Probleme mit meiner Postleitzahl, Adresse und Führerscheinnummer. Schliesslich klappte es aber doch noch. Kaum im Motelzimmer wurde wieder die Wireless-Antenne ausgepackt; der einzig brauchbare Access-Point war jedoch T-Mobile und daher nicht gratis. Dank einer Promotion (24 h free when you sign up – gilt auch für das pay as you go-Abo) kamen wir trotzdem noch völlig kostenlos zu unserem schnellen Internetzugang; natürlich auch diesmal wieder mittels VPN gegen Mithörer gesichert.

Die schöne coin laundry animierte uns wieder einmal, die viele schmutzige Wäsche zu waschen; insgesamt hatten wir 4 Waschmaschinen- und 4 Tumblerladungen und monopolisierten so die ganze Waschküche für 2 Stunden.

Manuel